Daniel Erdmann's Velvet Revolution


SWR jazzpreisträger 2020 • Deutscher Jazzpreis 2021

Hinreißend, zu Recht preisgekrönt.

Sa. 7. Mai 2022 - 20:00 Uhr


Daniel Erdmann: tenorsax / Théo Ceccaldi: viola, violin / Jim Hart: vibraphone




SWR Jazzpreis 2020 für Daniel Erdmann. Begründung der Jury:  „Mit Daniel Erdmann gewinnt ein Musiker den SWR Jazzpreis, der in vielfältigen Projekten dem europäischen Jazz neue Wege weist. Charakteristisch ist die Fülle und robuste Wärme seines Sounds, herausragend die Dringlichkeit seines Spiels. Dabei zeigt sich Daniel Erdmann als ein stilistisch ungewöhnlich offener und persönlicher Improvisator, der mit seinen Bands „Das Kapital“ und Velvet Revolution“ sowie in Duos mit der Pianistin Aki Takase zu Klängen von großer Expression gefunden hat. Es kennzeichnet sein Spiel, dass er die Dimension seiner Musik bis ins Politische weitet, ohne plakativ zu wirken. 


Samt und sonders

 Das Konzert in der Unterfahrt begann Erdmann mit dem Stück "Les Agnettes", benannt nach einer Pariser U-Bahn-Station: Er habe etwas betont französisch Klingendes komponieren wollen, erzählte er; alle Franzosen sagten ihm (in Reims wohnhaften) jetzt aber, es klinge so "berlinerisch". Aus neutraler Münchner Sicht war es wie der ganze wundervolle Abend weit entfernt von jeder Herkunfts- oder Bestimmungsdiskussion. Spannende Dialoge und erhebende Gedanken erklangen in der universellsten, für jeden verständlichen Sprache, der Musik. Wobei Erdmann einen wirklich neuen Beitrag leistet: Die Besetzung Tenorsaxofon, Vibrafon und Bratsche oder Violine hat es im Jazz noch nie gegeben. Man fragt sich schnell, warum, so bezwingend warm, harmonisch und in der Tat samten klingt diese "Velvet Revolution".  Kommt dazu, dass Erdmann perfekte Stücke dafür geschrieben hat. Der Name des Albums beziehungsweise seines Titelstücks "A Short Moment Of Zero G" trifft die Sache exakt: Schwerelos kommt das alles daher, immer um eine zentrale Melodie tänzelnd, sie mal solistisch, mal unisono, mal gegenläufig umkreisend, erweiternd, abtastend. Erdmann hält sich in Sachen Virtuosität zurück, legt eher das Fundament, auf dem der furiose Ceccaldi, der aussieht, wie ein Teufelsgeiger aussehen muss, und der schwärmerische Hart, der sein Vibrafon gerne auch von der Seite mit Kleiderbügel-Bögen zum Schwingen bringt, glänzen können. Hinreißend, zu Recht preisgekrönt.

 

Oliver Hochkeppel • SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (Konzert-Kritik Jazzclub Unterfahrt / München 2017)  


„Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer“, befand Ralf Dombrowski in Stereoplay und Beate Sampson, BR Klassik, konstatierte: „Es ist stimmungsvoll und auf eine ungemein behutsame Art intensiv, wie die drei Atmosphären und Themen entwickeln, und dabei, sich in fließendem Wechsel umspielend, Vorder- und Hintergründe der Musik ausleuchten.“ Norbert Krampf urteilte in der FAZ: „Ihre Spielfreude und eng verzahnte Interaktion sind ein Genuss, die Verbindung von hoher Kunst, Vitalität und feinem Humor gelingt beispielhaft. Traumwandlerisch sicher balancieren alle drei auf dem Hochseil der freien, indes nie überbordenden Imagination.“

 

Mit ihrem neuen Album gehen Velvet Revolution konsequent weiter. Sämtliche Stücke wurden nun von Daniel Erdmann eigens für diese Formation und den individuellen Klang ihrer virtuosen Mitglieder komponiert, so können die persönlichen Qualitäten und Ausdrucksstärken noch deutlicher aufleuchten. Erdmanns sensibles, klangfarbenreiches, mitunter auch aufbrausendes Tenorsaxophon-Spiel wurde bereits im Zusammenhang mit seinen anderen Bands (etwa Das Kapital) vielfach anerkannt und ausgezeichnet. Théo Ceccaldi wird inzwischen auch außerhalb Frankreichs als genialisches neues Talent der Violine und als junger Fackelträger der großen französischen Jazzgeiger-Tradition gefeiert. Auch in seinen eigenen Bands (beispielsweise den Freaks) fesselt Ceccaldi als famoser, keine Stil- und Spielgrenzen kennender Teufelsgeiger die Zuschauer, so zu erleben beim Jazzfest Berlin 2018. Jim Hart, seit einigen Jahren im Elsass ansässig und vor Velvet Revolution unter anderem in der Band von Marius Neset aufgefallen, hat sich in jüngster in Ghana mit westafrikanischen Rhythmen und Balafon- respektive Gyil-Traditionen beschäftigt. Dort gesammelte Eindrücke wetterleuchten jetzt auch in einigen Passagen des Trios.

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